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Qualitätsplanung und Qualitätsziele

Facility Management: Qualität » Qualitätsmanagement » Qualitätsplanung und Qualitätsziele

Qualitätsplanung und Qualitätsziele im Qualitätsmanagement mit messbaren Leistungskennzahlen

Qualität vor der Leistungserbringung definieren

Qualität kann nur zuverlässig gesteuert werden, wenn vor Beginn einer Leistung klar ist, welches Ergebnis erwartet wird. Trotzdem werden im Facility Management häufig erst dann Qualitätsdiskussionen geführt, wenn Beschwerden oder Mängel auftreten.

Eine professionelle Qualitätsplanung beginnt früher.

Die bestehende FM-Connect-Microsite stellt bereits Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als zusammengehörige Qualitätsdimensionen heraus. Qualitätsplanung übersetzt diese Systematik in konkrete Anforderungen für Organisation, Prozesse und Leistungen.

Qualitätsplanung und Qualitätsziele im FM systematisch entwickeln

Anforderungen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen

Qualitätsanforderungen entstehen nicht nur aus einem Leistungsverzeichnis.

Zu berücksichtigen sind beispielsweise:

  • Nutzeranforderungen,

  • Vertragsanforderungen,

  • Betreiberpflichten,

  • interne Unternehmensstandards,

  • technische Standards,

  • Service-Level,

  • Sicherheitsanforderungen,

  • wirtschaftliche Ziele.

Diese Anforderungen können sich teilweise widersprechen.

Ein sehr hoher Service-Level kann beispielsweise zusätzliche Kosten erzeugen. Maximale Standardisierung kann besondere Nutzeranforderungen beeinträchtigen.

Qualitätsplanung muss deshalb Prioritäten sichtbar machen.

Strukturqualität als Voraussetzung schaffen

Bevor eine Dienstleistung gute Ergebnisse liefern kann, müssen geeignete Rahmenbedingungen bestehen.

Dazu gehören:

  • ausreichendes Personal,

  • notwendige Qualifikationen,

  • geeignete Arbeitsmittel,

  • klare Verantwortlichkeiten,

  • belastbare Prozesse,

  • funktionierende Systeme,

  • aktuelle Informationen.

Wenn diese Voraussetzungen fehlen, ist ein dauerhaft gutes Ergebnis häufig nur durch individuelle Mehrleistung einzelner Beschäftigter möglich.

Das ist kein stabiles Qualitätsmodell.

Prozessqualität konkret beschreiben

Ein Prozess sollte nicht nur festlegen, was getan wird, sondern auch wie kritische Schritte kontrolliert werden.

Bei einer Störungsmeldung kann beispielsweise definiert sein: Eingang → Klassifizierung → Weiterleitung → Bearbeitung → Rückmeldung → Abschlusskontrolle.

An jedem Schritt können Qualitätskriterien bestehen.

Ergebnisqualität messbar machen

Die Ergebnisqualität beschreibt, ob die Leistung das erwartete Resultat erreicht.

Bei Reinigung kann dies ein definierter Sauberkeitszustand sein.

Bei technischer Instandhaltung können Anlagenverfügbarkeit oder Mängelfreiheit relevant sein.

Beim Service Desk können Lösungsqualität und Nutzerinformation entscheidend sein.

Qualitätsziele konkret formulieren

Allgemeine Ziele wie „hohe Kundenzufriedenheit“ sind schwer steuerbar.

Besser sind konkrete Aussagen, beispielsweise:

  • Senkung wiederkehrender Beschwerden,

  • Erhöhung der fristgerecht abgeschlossenen Wartungen,

  • Reduktion unvollständiger Leistungsnachweise,

  • Verbesserung der Erstlösungsquote,

  • Verringerung wiederkehrender technischer Störungen.

Ein Qualitätsziel benötigt mindestens einen Ausgangswert, einen Zielwert, einen Zeitraum und eine Verantwortlichkeit.

Zielkonflikte offen behandeln

Ein wichtiger Bestandteil der Qualitätsplanung ist die bewusste Auseinandersetzung mit Zielkonflikten.

Schneller, günstiger und qualitativ besser ist nicht immer gleichzeitig erreichbar.

Deshalb sollte festgelegt sein, welche Qualitätsmerkmale unverzichtbar sind und wo wirtschaftliche Optimierung möglich ist.

Ziele bis in operative Leistungen herunterbrechen

Ein Unternehmensziel besitzt nur dann Wirkung, wenn es für die ausführende Organisation verständlich wird.

Das Ziel „Nutzerzufriedenheit steigern“ kann beispielsweise in konkrete Maßnahmen übersetzt werden:

  • schnellere Rückmeldung,

  • bessere Statusinformation,

  • zuverlässigeren Abschluss,

  • strukturierte Beschwerdeanalyse.

Qualitätsplanung regelmäßig aktualisieren

Gebäude, Nutzer und Verträge verändern sich.

Qualitätsziele sollten deshalb nicht unverändert über viele Jahre fortgeschrieben werden.

Ein jährliches Review prüft, ob Ziele noch relevant sind und welche neuen Handlungsfelder entstanden sind.

Qualität wird geplant, bevor sie geprüft wird

Professionelles Qualitätsmanagement beginnt damit nicht mit einer Checkliste oder einem Audit.

Es beginnt mit der Frage:

„Welche Qualität benötigen wir für diesen Service, woran erkennen wir sie und welche Voraussetzungen müssen dafür vorhanden sein?“

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, können Prüfungen und Kennzahlen tatsächlich feststellen, ob die gewünschte Qualität erreicht wurde.